Haushaltsentwurf 2026: Ausgaben steigen, Schulden nehmen zu

Der Haushaltsentwurf für 2026, der größte in der Geschichte des Landes, sieht höhere Ausgaben, höhere Löhne und mehr Infrastruktur vor, aber nicht unbedingt mehr Dienstleistungen. Mit dem wachsenden Defizit bleibt das Dilemma bestehen: Wer profitiert wirklich davon, und wird sich das Leben der Bürger verändern?

Denada Jushi

Der Haushaltsentwurf für 2026 wird seit Tagen im Parlament, aber auch außerhalb davon diskutiert.

Der Haushaltsentwurf, der als größter in der Geschichte Albaniens gilt und uns teuer zu stehen kommen wird, verspricht keine besseren Leistungen, da die größten Verschwender öffentlicher Gelder weiterhin die Verwaltung, nämlich ihre Gehälter, sowie die Infrastruktur sind.

Die öffentlichen Ausgaben für das nächste Jahr werden voraussichtlich bei rund 8.9 Milliarden Dollar liegen, was einer Erhöhung des Budgets um 6.7 % entspricht.

Albanien gilt als eines der Länder mit der höchsten Anzahl an Verwaltungen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl und geografischen Fläche, daher fließt das meiste Geld an Staatsbeamte.

Diesen Trend spiegeln sich auch in den Personalkosten für 2026 wider: Die Ausgaben für Gehälter der 87,112 Mitarbeiter der Zentralverwaltung sind auf 140.1 Milliarden Lek veranschlagt, wobei auch das Versprechen einer Erhöhung des Mindestlohns berücksichtigt wird.

Ein weiterer Kostenfaktor im Haushalt sind Infrastrukturinvestitionen. Das Infrastrukturministerium erhöht die Ausgaben für Infrastruktur und Energie und rechnet mit 78.3 Milliarden Lek, was einem Anstieg um 3.1 Milliarden Lek gegenüber dem Haushalt 2025 entspricht.

Die Investitionen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Straßen-, Schienen- und Wasser- und Abwasserinfrastruktur und unterstützen damit das Ziel der Modernisierung des nationalen Verkehrsnetzes und der Steigerung der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen.

Paradoxerweise steht das Versprechen von Premierminister Rama aus dem Jahr 2013, „Albanien ist den Straßen überlassen, diese Menschen müssen den Weg ebnen“, im Widerspruch zu der damaligen Kampagne der DP, die alle Investitionen in die Infrastruktur gelenkt hatte. Heute, vier Amtszeiten später, beziehen sich die wichtigsten Projekte der Regierung genau auf die Infrastruktur.

Im Einzelnen ist die Instandhaltung von 3,522 Kilometern Straße vorgesehen, ebenso die Finanzierung der Achse Elbasan-Lekaj sowie der Ausbau von Abschnitten wie der Autobahn Tirana-Durrës und des Straßenabschnitts Berat-Ballaban.

Für den Ausbau der Ksamil-Straße, den Bau der Saranda-Umgehungsstraße, den Bau der Kashar–Vaqarr-Kreuzungsstraße und den Wiederaufbau der alten Kombinat–Ndroq–Plepa-Straße sowie den Ausbau der Elbasan–Qafë Thanë-Straße ist ebenfalls eine Finanzierung vorgesehen.

Es wird erwartet, dass auch Mittel in den Eisenbahnsektor fließen werden, wo die Sanierung der Strecke Durrës-Tirana und der Bau der neuen Strecke Tirana-Rinas fortgesetzt werden.

Außerdem sind Eingriffe auf den bestehenden Linien Vorë–Hani i Hotit und Durrës–Rrogozhinë geplant.

Die Erhöhung der Renten dürfte das Defizit im Versicherungssystem verschärfen, wodurch eine vollständige Deckung der Rentenzahlungen durch Arbeitnehmerbeiträge unmöglich wird und weiterhin Unterstützung aus dem Haushalt erforderlich ist.

Für die Abgeordnete Jorida Tabaku verbessert dieser Haushalt nicht das Leben der Bürger, sondern erschwert es sogar der Mittelschicht.

„Solange die Tradition der Zugeständnisse fortbesteht, bei der die Reichen mehr und die Bürger weniger bekommen, ist der Haushalt ungerecht“, sagt sie.

Die gute Nachricht für dieses Jahr ist die Verbesserung des Gesundheitsbudgets.

Negative Medienkampagnen und zahlreiche Bürgerproteste, vor allem wegen des eklatanten Mangels an onkologischen Leistungen, scheinen sich im Budget widergespiegelt zu haben.

Rund 82.5 Milliarden Lek werden im Jahr 2026 in diesen Sektor fließen, was neben den Gehältern der Angestellten auch notwendige Investitionen in Ausrüstung und Infrastruktur umfasst.

Wenn die Ausgaben steigen, sind die Kosten nicht gering.

Das Haushaltsdefizit wird sich verschärfen und voraussichtlich 63 Milliarden Lek erreichen, gegenüber 61 Milliarden im Vorjahr.

Mit zunehmenden Versprechungen und steigenden Budgets sollte sich dies auch in einer Verbesserung des Lebens der Bürger widerspiegeln; ob dies tatsächlich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.acqj.al