Ida Ismail
Viele Eltern sind weiterhin skeptisch und zögern, ihre einjährigen Kinder gegen Masern und Röteln impfen zu lassen, aus Angst, der Impfstoff könne Autismus auslösen. Auf der Europäischen Impfwoche erklärte die IHP-Spezialistin Rovena Daja, dass diese Impfung im Vergleich zu anderen Impfstoffen im Rahmen des Kinderimpfkalenders die niedrigste Impfquote im Land aufweise.
„Eltern erhalten keine Informationen aus verlässlichen Quellen und von medizinischem Fachpersonal und bringen dies mit Autismus in Verbindung. Die Impfquote für die erste Dosis liegt zwar noch bei 81–82 %, aber Eltern vergessen, dass ein einjähriges Kind nicht mehr von der Mutter geschützt ist und sich mit Masern infizieren kann, im Krankenhaus landet und sogar stirbt. Sie verschieben die Impfung bis zum 15. oder 18. Monat, aber nicht länger, da sie dann nicht mehr wirksam ist“, betonte Daja.
Einer der Hauptgründe für die Zurückhaltung ist nach wie vor der Mythos eines Zusammenhangs zwischen Impfungen und Autismus – eine Behauptung, die von der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft widerlegt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) haben bestätigt, dass Impfstoffe sicher und wirksam sind.
Laut WHO wurden Impfstoffe getestet und erwiesen sich als wirksam bei der Vorbeugung schwerer Krankheiten, wodurch jedes Jahr Millionen von Kinderleben gerettet werden.
Kinderärzte betonen die Wichtigkeit regelmäßiger Impfungen als unerlässlichen Bestandteil des Schutzes der Kindergesundheit vor vermeidbaren Krankheiten. Laut der Kinderärztin Loreta Gjoni gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Auftreten von Autismus belegen.
„Impfen stärkt das Immunsystem des Kindes und schützt es vor zahlreichen Infektionen. Impfungen müssen regelmäßig und altersgerecht verabreicht werden. Wir dürfen keinem Kind das Recht auf Gesundheit vorenthalten. Impfstoffe wurden nicht umsonst entwickelt, sondern basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und schützen Kinder“, sagte Gjoni.
Falsche Informationen und der Einfluss sozialer Medien stellen die Autorität von Ärzten infrage, während Gesundheitseinrichtungen durch öffentliche Kampagnen versuchen, das Bewusstsein zu schärfen. Das Institut für öffentliche Gesundheit hat Eltern dringend gebeten, ihre Kinder gegen Masern und Röteln impfen zu lassen.
Das Institut für öffentliche Gesundheit berichtet hingegen von einer hohen Impfquote von über 98 % gegen Hepatitis B. Gleichzeitig ist auch bei Jungen ein steigendes Interesse an der HPV-Impfung zu beobachten.
„Mehr als 50 Jungen und Mädchen haben sich gegen HPV impfen lassen. Wir dachten, die Jungen wären vielleicht etwas zögerlich, aber es hat sich herausgestellt, dass sie sich impfen lassen“, sagte Rovena Daja.
Obwohl die Wissenschaft die Sicherheit von Impfstoffen eindeutig belegt, bleibt es eine Herausforderung, Fehlinformationen zu bekämpfen und das Vertrauen der Eltern wiederherzustellen. Impfen ist keine individuelle Entscheidung, sondern eine Verantwortung für den Schutz der Gesundheit der Kleinsten.acqj.al