Ida Ismail
Eine einfache Nachricht, die einem Freund scheinbar hilft:
„Hallo! Bitte stimmen Sie in dieser Umfrage für Roxana Costin. Sie ist die Tochter einer Freundin von mir. Der Preis ist ein einjähriges Stipendium für eine kostenlose Ausbildung. Das ist ihr sehr wichtig.“
Dieser Text ist zusammen mit einem Link auf den WhatsApp-Accounts vieler Albaner gelandet. Oft kommen sie von Leuten, die Sie kennen: Freunden, Kollegen, sogar Professoren. Dadurch wirkt der Betrug zwar glaubwürdig, tatsächlich handelt es sich jedoch um einen Phishing-Angriff mit dem Ziel, die Kontrolle über Ihre Daten zu erlangen.

Eine solche Nachricht erhielt Sonila von ihrer Pädagogin. Da ihre Tochter eine Ballerina ist, schien ihr die Botschaft glaubwürdig. Der Link ließ sich auf ihrem Telefon nicht öffnen, also beschloss sie, ihn auf ihrem Computer zu öffnen. Dort wurde sie nach einem Code gefragt und sobald sie diesen eingab, wurde ihr WhatsApp gesperrt.
„Plötzlich wurden Dutzende von Nachrichten von meinem Konto gesendet. Dann wurde es geschlossen und ich erhielt viele Anrufe von Leuten, die die Nachrichten erhalten hatten“, sagt Sonila.
Später gab ihre Lehrerin in den sozialen Medien bekannt, dass sie nicht diejenige war, die die Nachricht gesendet hatte. Sonila wurde klar, dass sie Opfer eines Cyberangriffs geworden war. Sonilas Konto wurde nach 24 Stunden wiederhergestellt, nachdem sie eine Beschwerde bei der National Cyber Security Authority eingereicht hatte.
Nach Erhalt der Nachricht und Anklicken des Links erhalten Hacker vollen Zugriff auf Ihr WhatsApp. Sie verwenden Ihr Konto, um: die Nachricht an Ihre Kontakte weiterzugeben, persönliche Informationen zu erhalten oder andere zu täuschen, die Sie kennen.
In einigen Fällen kann sogar die Plattform selbst (META) Ihr Konto aus Sicherheitsgründen vorübergehend schließen.
Phishing-Angriffe, Versuche, Konten zu hacken
Ein Phishing-Angriff ist eine Methode des Online-Betrugs, bei der sich jemand als eine Ihnen bekannte Person oder Institution ausgibt, um an persönliche Informationen wie Passwörter, Bankdaten usw. zu gelangen.
IT-Experte: Kriminelle Gruppen zielen auf finanziellen Gewinn ab
Laut IT-Experte Besmir Semanaj werden Phishing-Angriffe in der Regel von kriminellen Gruppen organisiert, die die Aufgaben zwischen Programmierern, Betreibern und „Akteuren“ aufteilen, die mit „Opfern“ kommunizieren, und zwar alles zum Zwecke des finanziellen Gewinns.
Die Reaktion der Institutionen
Nationale Cybersicherheitsbehörde (AKSK) gab bekannt, dass es an der Wiederherstellung der betroffenen Konten arbeite, nachdem sich zahlreiche Bürger über diesen massiven Betrug beschwert hatten. In der Zwischenzeit rät sie den Bürgern:
Klicken Sie nicht auf verdächtige Links, überprüfen Sie jede Nachricht, auch wenn sie von jemandem stammt, den Sie kennen, und melden Sie Fälle den Behörden.

Reaktion der Landespolizei
Sogar WhatsApp-Gruppen der Landespolizei wurden Opfer dieser Angriffe. Die Polizei appelliert an die Bürger, solche Nachrichten umgehend zu löschen und nichts dagegen zu unternehmen.
Aktuelle Betrügereien
Januar 2025: Nachrichten mit Casino-Angeboten, die Boni von bis zu 1200 $ bei einer Mindesteinzahlung versprechen.

E-Mail „Unerwartete Erbschaft“: Sie werden darüber informiert, dass eine sehr vermögende Person verstorben ist und Sie der Erbe sind. Diese Methode ist so alt wie die E-Mail selbst.

SMS von der „Albanischen Post“: Sie fordern Sie auf, auf einen Link zu klicken, um ein Paket zu erhalten. Alles Betrug.

Angriff auf SPAK, März 2025: Hacker versuchten, auf die E-Mails von Sonderstaatsanwälten zuzugreifen.
AKSK hat mit der Umsetzung einer nationalen Strategie für Cybersicherheit begonnen, die Folgendes umfasst:
-Fortschrittliche technologische Mittel zum Schutz
-Gesetzliche Bestimmungen
-Zusammenarbeit mit internationalen Partnern
Ziel ist es, Institutionen, Unternehmen und Bürger vor immer häufigeren und raffinierteren Cyberangriffen zu schützen.
Wie schützt man sich?
1. Klicken Sie nicht auf Links, die über ungewöhnliche Nachrichten eingehen.
2. Überprüfen Sie dies immer bei der Person, die Ihnen angeblich die Nachricht gesendet hat.
3. Aktivieren Sie die zweistufige Verifizierung auf WhatsApp und anderen Plattformen.
4. Melden Sie jeden Betrug der Nationalen Cybersicherheitsbehörde.
In einer zunehmend digitalen Welt ist Online-Sicherheit genauso wichtig wie physische Sicherheit. Denken Sie daran, dass Sie durch das Anklicken eines Links Ihre digitale Freiheit verlieren können.