Tirana ist mit hoher Umweltverschmutzung und Lärmbelastung konfrontiert.

Starker Verkehr, Baustellen und städtische Aktivitäten machen Tirana zu einer Stadt mit gravierenden Umweltproblemen. Ein neuer Bericht von CoPLAN ​​zeigt, dass die meisten Messpunkte die empfohlenen Grenzwerte für Luftverschmutzung und Lärm überschreiten.

Ida Ismail

Luftqualität und Lärmbelastung zählen weiterhin zu den größten Umweltproblemen in Tirana. Überwachungsdaten der Organisation Co-PLAN deuten auf eine problematische Umweltsituation nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in fünf weiteren Städten hin.

Der Bericht zur Luftqualität und Lärmbelastung präsentiert die wichtigsten Ergebnisse der Messungen an 13 städtischen Messstationen und rund 300 Messpunkten in Tirana. Ziel der Messungen ist die Analyse der Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe PM₂.₅, PM₁₀, NO₂ und CO₂ sowie des Lärmpegels, um deren Quellen und Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die städtische Umwelt zu ermitteln.

Dem Bericht zufolge besteht ein enger Zusammenhang zwischen Luft- und Lärmbelastung und städtischen Aktivitäten. Starker Verkehr, Bautätigkeiten und andere städtische Quellen tragen zur Zunahme von Feinstaub und Schadgasen in der Atmosphäre bei, während dieselben Faktoren auch den Lärmpegel in der Stadt erhöhen.

Anila Bejko, Co-PLAN-Geschäftsführerin, betont, dass der Monitoring-Bericht zum ersten Mal neben Tirana auch auf mehrere andere Städte ausgeweitet wurde.

„Die Berichterstattung zur Luftqualität ist umfassender. Neben Tirana umfasst sie auch Shkodra, Durrës, Korça, Elbasan und Fier. Die Überwachung schließt auch die Wasserqualität in mehreren über ganz Albanien verteilten Gewässern ein“, sagt sie.

Bejko hebt hervor, dass die Messdaten in Tirana eine besorgniserregende Situation hinsichtlich mehrerer Schadstoffe aufzeigen: Laut Bericht überschreiten 66.7 % der Messpunkte den Referenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂). Dieser Schadstoff steht in direktem Zusammenhang mit Fahrzeugemissionen und Verbrennungsprozessen im Stadtgebiet. Ebenso liegen 98.3 % der Messpunkte über dem Referenzwert für Kohlendioxid (CO₂), ein Indikator für die hohe Intensität der städtischen Aktivitäten und des Verkehrs in der Hauptstadt.

Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen stellen Feinstaubpartikel bei den aktuellen Messungen ein geringeres Problem dar. Nur 1.3 % der Messpunkte überschreiten den Grenzwert für PM₂.₅, während für PM₁₀ an den 300 überwachten Punkten keine Überschreitungen festgestellt wurden. Experten erklären, dass die Partikelkonzentrationen stark von den meteorologischen Bedingungen und dem Vorhandensein von Stadtstaub beeinflusst werden.

Kejt Dhrami, Experte für territoriale Regierungsführung im Rahmen der Co-PLAN-Initiative, betont den breiten Umfang der Überwachung in der Hauptstadt.

„In Tirana wurden rund 300 Messstellen eingerichtet, die uns ein detaillierteres Bild der Umweltverschmutzung in der Stadt liefern. Die Messergebnisse zeigen, dass der NO₂-Wert, ausgehend vom Grenzwert von 40 µg/m³, in einigen Fällen bis zu 200 µg/m³ erreicht hat.“

Der Experte betonte, dass die Luftverschmutzung in fast allen überwachten Städten ein Problem darstellt.

Die Überwachung erfolgte mit Spezialgeräten. Zur Messung der Luftqualität wurden die Geräte Aeroqual S500 und IQAir eingesetzt, während das Gerät Testo 815 zur Messung der Lärmbelastung verwendet wurde.

Die Ergebnisse zeigen, dass Lärmbelästigung genauso problematisch ist wie Luftverschmutzung. Laut Umweltexpertin Greta Shehu überschreiten die meisten Messpunkte die empfohlenen Grenzwerte für Stadtlärm.

„Die Messungen an 300 Messpunkten zeigen eine deutliche Lärmbelastung sowohl tagsüber als auch nachts. Tagsüber überschreiten etwa 235 Messpunkte, also rund 78 %, den Grenzwert von 55 dB (Dezibel). Lärmbelästigung ist vor allem in städtischen Gebieten weit verbreitet.“

Auch staatliche Institutionen erkennen die große Herausforderung für den Umweltschutz an. Der stellvertretende Umweltminister Gent Gazheli betont, dass die Verbesserung der Luftqualität nationale Priorität hat: „Die Verbesserung der Luftqualität ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Verpflichtungen. Der Umweltschutz ist eine der größten Herausforderungen, vor denen Albanien auf seinem Weg in die Europäische Union steht.“

Experten empfehlen die Schaffung und Stärkung eines Netzes permanenter Messstationen, mit denen sich langfristige Verschmutzungstrends und kritische Ereignisse analysieren lassen.

Umweltexperten zufolge zählen die Ausweitung städtischer Grünflächen und ein besseres Verkehrsmanagement zu den Maßnahmen, die die Luftqualität verbessern können. Grünflächen tragen dazu bei, Feinstaub zu reduzieren, die städtische Belüftung zu verbessern und Kohlendioxid zu absorbieren.

Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass Luftverschmutzung und Lärm mittlerweile zum Alltag im Stadtleben von Tirana gehören. Angesichts des anhaltenden Stadtwachstums und des weiterhin hohen Verkehrsaufkommens bleibt die Herausforderung, Stadtentwicklung mit Umwelt- und Gesundheitsschutz in Einklang zu bringen, eine der wichtigsten politischen Fragen der kommenden Jahre.acqj.al