Ida Ismail
In einem Sektor, in dem Bürger seit Jahren Bestechung im Gesundheitswesen anprangern, herrscht in den offiziellen Statistiken Schweigen. Im Jahr 2024 wurden in den meisten Gesundheitseinrichtungen fast keine Korruptionsbeschwerden registriert. Der neueste Bericht der Together for Life AssociationEine Studie, die auf der Beobachtung von 13 Gesundheitseinrichtungen basiert, verdeutlicht ein beunruhigendes Paradoxon: Entweder wird Korruption nicht gemeldet, oder die Mechanismen zu ihrer Anzeige funktionieren nicht.
Laut offiziellen Angaben der überwachten Institutionen melden die meisten von ihnen keine Beschwerden über Bestechung oder korrupten Missbrauch. Der Gesundheitsdienstleister OSKSH gibt an, dass im Jahr 2024 keine derartigen Beschwerden bei der Zentraldirektion eingegangen sind.
Der obligatorische Krankenversicherungsfonds (FSDKSH) meldet lediglich eine Beschwerde, die gemäß den gesetzlichen Bestimmungen bearbeitet wurde.
Im Rahmen des von Together for Life organisierten Runden Tisches gab Majlinda Thomaj, Vertreterin von HIDACCI, bekannt, dass von 2016 bis 2024 branchenübergreifend rund 90 Fälle von Whistleblowing und 12 Anträge auf Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen untersucht wurden. „Aus dem Gesundheitswesen wurden HIDACCI lediglich fünf Fälle gemeldet, von denen zwei mit Interessenkonflikten zusammenhängen“, betonte Thomaj.
Unterdessen sprach Silvana Ramadani, die Vertreterin des Staatsministers für öffentliche Verwaltung und Korruptionsbekämpfung, über die strategische Bedeutung des Gesundheitswesens im Kampf gegen Korruption: „Das Gesundheitssystem ist eine der anspruchsvollsten und wichtigsten Säulen, da die in diesem Sektor erbrachten Leistungen uns alle betreffen. Dies ist der Hauptgrund, warum dieser Sektor im Kampf gegen Korruption höchste Priorität genießt.“
Sie hob außerdem hervor, dass die Regierung in neun zentralen Institutionen unter dem Gesundheitsministerium, darunter die QSUT und die wichtigsten Krankenhäuser des Landes, Antikorruptionskoordinatoren eingesetzt hat, um die Rechenschaftspflicht der Öffentlichkeit und die institutionelle Integrität zu erhöhen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt wurde von der Direktorin des Gesundheitsdienstleisters, Jeta Deda, angesprochen, die die rechtlichen Grenzen der Rolle von Gesundheitseinrichtungen hervorhob.
„Die Untersuchung von Korruption ist nicht Aufgabe der Institutionen, da diese laut Gesundheitsgesetz zur Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen verpflichtet sind“, sagte sie.
Deda fügte jedoch hinzu, dass dies nicht bedeute, dass sie sich der Pflicht entziehen könnten, Korruptionsfälle zu melden.
Mangelnde Transparenz und Empfehlungen
Der Bericht hebt zudem das Fehlen öffentlicher Beschwerderegister für Korruptionsfälle im Gesundheitswesen hervor, was Transparenz und Rechenschaftspflicht einschränkt. In diesem Zusammenhang empfiehlt Together for Life die Einrichtung eines einheitlichen Beschwerdemanagementsystems, das über ein formelles Register hinausgeht und als wirksamer Mechanismus für Meldung, Überwachung und institutionelle Nachverfolgung dient.
Der Verein Together for Life hat empfohlen, in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und Experten auf diesem Gebiet eine umfassende interinstitutionelle Strategie zu entwickeln, um eine Kultur der Meldung von Korruption im Gesundheitssektor zu fördern.
Zudem wird die Notwendigkeit einer koordinierten Überprüfung des rechtlichen und untergesetzlichen Rahmens hervorgehoben, wobei der Schwerpunkt auf der Klärung institutioneller Kompetenzen sowohl auf normativer als auch auf Umsetzungsebene liegt, mit dem Ziel, Überschneidungen von Funktionen und die Duplizierung von Strukturen zu vermeiden, die innerhalb derselben Institution ähnliche Funktionen erfüllen.
Angesichts der gemeldeten Vakanz der Stelle des Antikorruptionskoordinators in einer der Krankenhauseinrichtungen wird empfohlen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diese und andere Vakanzen unverzüglich zu besetzen, um die institutionellen Mechanismen zur Verhinderung und Meldung von Korruption zu stärken.acqj.al